Sichtbare Zeichen gegen Gewalt im öffentlichen Raum

#gewaltfreiestadtsalzburg auf Baustellen und an Graffiti-Wand
Donnerstag, 10.06.2021

Gewalt ist meist nicht sichtbar. Sie findet im Verborgenen statt, versteckt hinter Türen und Wänden. Doch Gewalt passiert. Auch in der Stadt Salzburg. Laut der Kinder- und Jugendhilfe ist die Zahl der akuten Gefährdungsabklärungen – das sind Meldungen von Institutionen und Privatpersonen zu Vernachlässigung, Gewalt und sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen – im Jahr 2020 um 39 Prozent gestiegen. Die Umstände der Corona-Pandemie hat die Lage hier noch zusätzlich verschärft. Die Stadt hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Gewalt „sichtbarer“ zu machen und darauf hinzuweisen, dass auch Salzburg leider nicht „gewaltfrei“ ist.

Sichtbar im Volksgarten und auf der längsten Graffiti-Wand
Seit Ende März hängen die „Emoji“-Plakate der Kampagne in der ganzen Stadt. Gemeinsam mit Baustadträtin Martina Berthold hat Anja Hagenauer den Baustellen-Zaun im Volksgarten behängt. Und am Wochenende sprühten Jugendliche eine Art „gewaltfreie Zeitung“ an die längste Graffit-Wand Salzburgs in der Wallnergasse. Die jungen Teilnehmer*innen bekamen dort Input zum Thema Gewalt und Gewaltprävention und es konnte ausreichend diskutiert und philosophiert werden. Das fertige Kunstwerk wird an dieser häufig frequentierten Stelle lange zu sehen sein.

„Gewalt passiert. Häufiger, als uns lieb ist, und näher an unserem Alltag, als wir manchmal wahrhaben wollen. Mit dieser Kampagne wollen wir dafür sorgen, dass das Problem sichtbar wird. Die Leute sollen nicht wegschauen, sondern aktiv werden, wenn sie Gewalt beobachten. Nur so kann sich hier langfristig etwas verändern“, erläutert Sozialstadträtin Anja Hagenauer.  

Kampagne #gewaltfreiestadtsalzburg
Der erste große Schwerpunkt der Kampagne #gewaltfreiestadtsalzburg widmet sich dem Gewaltschutz für Kinder und Jugendliche. In einem ersten Schritt wurde eine eigene Hotline der Kinder- und Jugendhilfe eingerichtet, welche Tag und Nacht erreichbar ist. In einem zweiten Schritt wurden gemeinsam mit dem Land Salzburg über 200 Gewaltschutz-Pakete mit wertvollen Aufklärungs-Materialien an Salzburger Schulen und Institutionen verschickt. Weitere Maßnahmen werden über den Sommer umgesetzt und gebündelt. Den nächsten großen Meilenstein auf dem Weg zur gewaltfreien Stadt wird der „Runde Tisch Gewaltschutz“ im Herbst setzen.

Christine Schrattenecker