Rundum ein Hingucker: Kunst-Litfaßsäulen in Salzburg 2021

Donnerstag, 29.07.2021
Zwölf künstlerische Projekte von 29. Juli bis 30. August im Stadtraum
Präsentation der Litfaßsäulen und City-Lights:
v.l.: Dominik Sobota (Progress), Elfried Wimmer-Repp (Vorsitzende Kunstbeirat), Greta Schlünz (Kultur Land), Dagmar Aigner (Kultur Stadt)

Die Stadt Salzburg, deren Kulturabteilung seit 2014 den Wettbewerb „Kunst-Litfaßsäulen“ ausschreibt, hat im Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat, der Progress Werbung und der Kulturabteilung des Landes zum achten Wettbewerb „Kunst-Litfaßsäulen“ eingeladen. Die ausgewählten Projekte setzen sich in gewohnt pointiert kritischer Form mit dem Medium Plakatsäule in allen Erscheinungsformen auseinander.

Angesichts der fortgeschriebenen Corona-Situation war es auch 2021 besonders wichtig, erweiterte Arbeits- und Präsentationsmöglichkeiten für Künstler*innen in und aus Salzburg zu bieten. Die Kunstwerke wurden mit je 1.000 Euro prämiert, die Herstellung und Umsetzung hat wieder die Progress Werbung übernommen. Vom Land Salzburg ermöglicht werden erstmals auch drei Plakatkunstprojekte parallel auf Litfaßsäulen in der Stadt Hallein präsentiert.

Nach Prüfung aller 41 Wettbewerbseinreichungen und ausführlicher Diskussion wurden zwölf Wettbewerbssieger*innen für die künstlerische Gestaltung der Litfaßsäulen und Digitalen City-Lights von der Jury ausgewählt:

Johanna Binder – „ITA – travel“ (Klassische Litfaßsäule)

Christian Ecker – „Keine Zeit“ (Klassische Litfaßsäule)

Jari Genser – „Was wäre wenn / What if“ (Klassische Litfaßsäule)

Andreas Christian Haslauer –„extended covid rulez“ (Digitale City-Lights)

Dieter Huber – „Liebessäule“ (Klassische Litfaßsäule)

Selfie Cereals / Margareta Klose und Verena Tscherner – „An Instagram Selfie-Filter Set“ (Digitale City-Lights)

Marianne Lang – „Nachtaktiv“ (Klassische Litfaßsäule)

Sigrid Langrehr – „Leuchtturm“ (Klassische Litfaßsäule)

Ina Loitzl – „Countess and mice“ (Digitale City-Lights)

Maja Spasova – “Water column“ (City-Light-Säule)

Angela Stauber – „Akteure der Stadt“ (Klassische Litfaßsäule)

Stefan Wirnsperger – „Your interference would just mess things up“ (Digitale City-Lights)

 

Am Donnerstag, 29. Juli 2021, wurden die Werke am Vorplatz der Stadtbibliothek präsentiert; im Anschluss an die Präsentation fand eine moderierte Rad-Kultur-Tour zu den Kunst-Schauplätzen statt, wo die Künstlerinnen und Künstler die Hintergründe und Entstehungsgeschichten ihrer Arbeiten beschrieben.

Dagmar Aigner, stellvertretende Leiterin der Kulturabteilung, freut, dass die Kunstlitfaßsäulen verschiedene Techniken und Konzepte zeigen und der gesamte Stadtraum zum Kunstraum wird: „Die Kunstlitfaßsäulen haben sich seit 2014 zu einem fixen Sommerprogrammpunkt der Bildenden Kunst im öffentlichen Stadtraum während der Festspielzeit entwickelt. Die Verbindung von traditionellen „analogen“ Sujets mit digitalen Umsetzungen bestätigt die Erweiterung des Kunst- und Handlungsraumes von Menschen, und integriert beide Welten. Die Standorte der klassischen Formate sind entlang der Salzachachse gesetzt und können bequem beim Spazierengehen oder mit dem Fahrrad besichtigt werden. Mit den digitalen Formaten ist die Bildende Kunst im gesamten Stadtraum präsent.“

Elfrid Wimmer-Repp, Vorsitzende des Kunstbeirats in Nachfolge von Werner Thuswaldner betonte: „Der Kunstbeirat freut sich über das anhaltende Interesse der Künstlerinnen an diesem Projekt und der immer wieder erstaunlich differenzierten Herangehensweise an das Medium Plakatsäule als Informationsträger im öffentlichen Raum. Über die Jahre kann man daran auch gewisse gestalterische Tendenzen ausmachen: Die Sehnsucht nach imaginären Orten, die besonders in Zeiten der Pandemie als Abbilder und Reproduktionen ersatzweise die Vorstellung von Lebensrealitäten außerhalb der eigenen vier Wände erfüllen müssen; der Blick auf das Verfremdende, Verzerrende, der Vertrautes irritierend anders denkmöglich werden lässt; das lustvolle Spiel mit Textbildern und Wortgebilden, die Vermessung der pandemischen Zeit, die uns mit social distancing ungewollte neue Zeitrelationen aufgezwungen hat; der Rückblick auf historische Geschehnisse oder der Einblick in das nachtaktive geheimnisvolle Treiben von Flora und Fauna. Viele Arbeiten sind schlicht einfach poetisch.

Es ist zu wünschen, dass das Publikum auf viele dieser illustrativen Säulen aufmerksam wird und im alltäglichen Vorbeihasten Zeit zum Innehalten findet um in Dialog mit den temporär geschaffenen Bildoberflächen zu treten und den oftmals hintergründigen Bedeutungen des Dargebotenen nachzuspüren.“

„Kultur ist Lebens- und Überlebensmittel – das hat die kulturarme Zeit während der Pandemie nachdrücklich gezeigt. Kultur muss aber auch draußen stattfinden: im öffentlichen Raum, denn dort ist kulturkreative Reibungsfläche. Deshalb engagieren wir uns so sehr für diese Initiative. Die Menschen sind dadurch in ihrem Alltag mit Kunst und Kultur konfrontiert“, so Dominik Sobota, Mitglied der Geschäftsleitung der Progress Werbung.

Daten & Fakten

Die Salzburger Kunst-Litfaßsäulen sind ein Projekt der Abteilung Kultur, Bildung & Wissen der Stadt Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat Salzburg, der Kulturabteilung des Landes Salzburg und der Progress Werbung. Die von einer Jury ausgewählten Projekte werden mit jeweils 1.000 Euro für die Entwurfsgestaltung prämiert, finanziert von Stadt  und Land Salzburg. Die Kosten für die Ausführung der Werke übernimmt die Progress Werbung.

Sieben analoge Plakatkunstprojekte, ein Werk für die moderne Variante City-Light-Säule und vier digitale Arbeiten sind von 29. Juli bis 30. August 2021 auf Plakatsäulen und City-Lights im öffentlichen Stadtraum zu sehen.

Kunstlitfaßsäulen: Alle Informationen zu den Künstler*innen und ihren Werken

Stefan Tschandl